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Nagelpilz

Nagelpilz erkennen und Nägel gezielt begleiten

Nagelpilz entwickelt sich oft schleichend und bleibt anfangs lange unbemerkt. Verfärbte, verdickte oder brüchige Nägel können erste Hinweise sein. Wichtig ist: Nagelpilz heilt nicht von allein, sondern muss immer behandelt werden. Umso entscheidender ist es, Veränderungen früh zu erkennen und konsequent zu handeln.

Auf einen Blick: Nagelpilz

  • Nagelpilz ist eine Pilzinfektion des Nagels und zeigt sich meist durch verfärbte, verdickte, brüchige oder glanzlose Nägel.
  • Häufigster Erreger in Deutschland ist der Hautpilz Trichophyton rubrum.
  • Nagelpilz ist ansteckend, ein hohes Ansteckungsrisiko besteht in Barfußbereichen wie Schwimmbädern, Saunen oder Gemeinschaftsduschen.
  • Nagelpilz heilt nicht von allein und muss immer behandelt werden.
  • Behandelt wird lokal (Lack/Tinktur) oder systemisch (Tabletten), die Therapie bestimmt immer der Arzt.

Was ist Nagelpilz? Ursachen und erste Anzeichen

Nagelpilz, fachsprachlich Onychomykose, ist eine Infektion der Finger- oder Zehennägel. Er entsteht, wenn Pilzerreger in den Nagel eindringen. In Deutschland ist der häufigste Erreger der Hautpilz Trichophyton rubrum. Er gehört zu den sogenannten Dermatophyten, also Pilzen, die Haut, Haare und Nägel befallen können. Damit sich der Pilz ausbreiten kann, braucht er günstige Bedingungen, zum Beispiel Feuchtigkeit, Wärme und kleine Schwachstellen an Haut oder Nagel.

Begünstigt wird die Infektion mit Nagelpilz zum Beispiel durch:

  • feucht-warmes Schuhklima
  • gemeinschaftlich genutzte Barfußbereiche wie Schwimmbäder, Saunen oder Duschen
  • kleine Verletzungen am Nagel oder Nagelbett
  • eine geschwächte Hautbarriere
  • bereits bestehenden Fußpilz

Je mehr dieser Faktoren zusammenkommen, desto leichter kann sich die Infektion entwickeln und ausbreiten.

Woran erkennt man Nagelpilz?
Die wichtigsten Symptome im Überblick

Nagelpilz entwickelt sich oft schleichend und beginnt meist an der Großzehe. Gerade am Anfang sind die Veränderungen häufig nur klein und werden leicht übersehen. Umso wichtiger ist es, typische Symptome früh wahrzunehmen.

Erste Anzeichen können sein:

  • gelbliche, weißliche oder bräunliche Verfärbungen
  • ein matter oder glanzloser Nagel
  • verdickte Nagelbereiche
  • brüchige oder splitternde Nägel
  • eine raue oder unebene Nageloberfläche
  • in fortgeschrittenen Fällen ein teilweises Ablösen des Nagels

Da Nagelpilz mit anderen Nagelerkrankungen verwechselt werden kann, ist es sinnvoll, bei Verdacht einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen, um eine gesicherte Diagnose zu stellen und die passende Therapie einzuleiten.

Grafik eines Zehennagels mit gelblicher Verfärbung durch Nagelpilz
Infektion mit Nagelpilz
Grafik eines gesunden, gepflegten Zehennagels.
Gesunder Zehennagel

Ist Nagelpilz ansteckend?

Ja. Pilzerreger können in feucht-warmen Umgebungen besonders gut überleben. Ein erhöhtes Risiko besteht in Schwimmbädern, Saunen, Umkleiden und Gemeinschaftsduschen.

Auch gemeinsam genutzte Handtücher, Socken, Schuhe oder Nagelpflegeinstrumente können eine Rolle spielen.

Wie gefährlich ist Nagelpilz?
Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden

Nagelpilz ist zunächst kein akuter Notfall, sollte aber trotzdem ernst genommen werden. Ohne Behandlung kann sich die Infektion ausbreiten und der Nagel zunehmend geschädigt werden. Auch die umliegende Haut kann belastet werden, wenn der Pilz auf benachbarte Hautbereiche übergeht und Fußpilz entsteht.

Neben der eigentlichen Infektion spielt auch das Wohlbefinden eine Rolle. Veränderte Nägel werden häufig als unangenehm oder störend empfunden. Manche Betroffene meiden offene Schuhe oder sorgen sich um Ansteckung anderer. Menschen mit Diabetes mellitus oder geschwächtem Immunsystem sollten bei Pilzerkrankungen besonders aufmerksam sein und ärztlichen Rat einholen, da Wunden und Infektionen im Fußbereich bei ihnen schlechter heilen und unbemerkt bleiben können.

Umso wichtiger ist es, die Infektion frühzeitig zu behandeln und Haut und Nägel im Alltag gezielt zu unterstützen.

Wie wird Nagelpilz behandelt?

Nagelpilz braucht in der Regel eine konsequente Behandlung und vor allem Geduld. Weil Nägel langsam wachsen, dauert es oft länger, bis sichtbare Verbesserungen erkennbar werden. Umso wichtiger ist es, die Behandlung konsequent durchzuführen und gut in den Alltag zu integrieren. Gleichzeitig sollte bei Verdacht auf Nagelpilz immer eine Abklärung durch Hausärzt:innen oder Dermatolog:innen erfolgen, damit die Diagnose gesichert und die passende Behandlung eingeleitet werden kann. Die Behandlung von Nagelpilz ist dann erfolgreich abgeschlossen, wenn der betroffene Nagel einmal komplett gesund nachgewachsen ist. Bei langsam wachsenden Nägeln kann dies bis zu ein Jahr dauern.

Bei leichteren oder früh erkannten Formen kommen häufig lokal anzuwendende Mittel infrage, zum Beispiel Lacke, Tinkturen oder andere medizinische Präparate. Sie werden direkt auf den betroffenen Nagel aufgetragen und müssen konsequent und über längere Zeit angewendet werden. Darin enthaltene antimykotische Wirkstoffe wie Clotrimazol, Ciclopirox oder Amorolfin verhindern, dass sich der Nagelpilz weiter ausbreitet.

Bei stärker ausgeprägtem Nagelpilz oder wenn mehrere Nägel betroffen sind, kann ärztlich eine systemische Behandlung notwendig werden. Das gilt auch dann, wenn die lokale Therapie nicht ausreicht. Oft müssen Tabletten über mehrere Wochen oder Monate eingenommen werden.

In manchen Fällen kann eine Kombination aus Tabletten und lokaler Behandlung sinnvoll sein. Welche Therapie empfohlen wird, entscheiden Hausärzt:innen oder Dermatolog:innen auf Basis des individuellen Befunds. Nach Abschluss der Behandlung können Kontrollen sinnvoll sein, um sicherzustellen, dass der Pilz vollständig beseitigt wurde.

Gelegentlich wird Nagelpilz auch mit einem Laser behandelt, dessen Strahlen die Pilze abtöten sollen. Im Vergleich zu etablierten Behandlungsmethoden gibt es hierzu bislang jedoch nur begrenzt gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse. Eine ärztliche Einordnung ist deshalb besonders wichtig.

Warum Geduld bei Nagelpilz wichtig ist.

Ein Nagel wächst langsam. Unabhängig von der Therapie gilt daher: Nagelpilz dauerhaft loszuwerden erfordert Geduld und Sorgfalt. Es dauert oft mehrere Monate, bei Zehennägeln bis zu 18 Monaten, bis ein gesunder Nagel vollständig nachgewachsen ist. Erst dann, wenn der Nagel komplett gesund nachgewachsen ist, gilt der Nagel als gesund. Eine konsequente Behandlung über längere Zeit ist daher notwendig, um den Nagelpilz vollständig loszuwerden.

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Wie lässt sich Nagelpilz vorbeugen?

Fußpilz konsequent behandeln

Verringert das Risiko, dass sich die Infektion auf die Nägel ausweitet oder erneut auftritt.

Füße sauber und trocken halten

Täglich waschen und sorgfältig abtrocknen, besonders zwischen den Zehen.

Handtücher nicht gemeinsam nutzen

Vor allem während der Behandlung separat verwenden und bei mindestens 60 °C waschen.

Badeschuhe tragen

In Schwimmbädern, Saunen, Hotelzimmern und Gemeinschaftsduschen nicht barfuß laufen.

Schuhe desinfizieren

Pilzsporen können im Schuh überleben und eine erneute Ansteckung begünstigen.

Nagelpflegeinstrumente hygienisch verwenden

Nagelschere, Feile und Knipser nicht mit anderen teilen und regelmäßig reinigen.

Was tun, wenn die Behandlung nicht hilft?

Wenn sich der Nagel trotz konsequenter Behandlung nicht verbessert oder weiter verändert, sollte erneut fachlicher Rat eingeholt werden. Nicht jede Nagelveränderung ist automatisch Nagelpilz, und nicht jede Form von Nagelpilz lässt sich gleich behandeln.

Ärztlicher oder podologischer Rat ist besonders wichtig, wenn:

  • mehrere Nägel von den Veränderungen betroffen sind
  • die Nägel stark verdickt oder schmerzhaft sind
  • die Veränderungen zunehmen
  • zusätzlich Entzündungszeichen auftreten
  • Diabetes oder andere Grunderkrankungen vorliegen
  • Unsicherheit über die Ursache besteht

Häufige Fragen zu Nagelpilz

Nein. Nagelpilz heilt nicht von allein und muss immer behandelt werden. Ohne Behandlung bleibt die Infektion bestehen und kann sich weiter ausbreiten.
Ja. Nagelpilz ist ansteckend und kann zum Beispiel in Schwimmbädern, Saunen oder Gemeinschaftsduschen übertragen werden. Auch gemeinsam genutzte Handtücher oder Pflegeinstrumente können eine Rolle spielen.
In Deutschland ist der häufigste Erreger der Hautpilz Trichophyton rubrum. Er gehört zu den Dermatophyten und kann Haut, Haare und Nägel befallen.
Die Behandlung braucht meist Geduld, weil Nägel langsam wachsen. Je nach Ausprägung kann es über ein Jahr dauern, bis ein gesunder Nagel sichtbar nachgewachsen ist.
Bei Verdacht auf Nagelpilz sollte immer eine ärztliche Abklärung erfolgen, damit die Diagnose gesichert und die passende Behandlung eingeleitet werden kann. Das gilt besonders dann, wenn mehrere Nägel betroffen sind, die Nägel stark verändert wirken, Schmerzen auftreten oder Unsicherheit über die Ursache besteht. Gerade bei Diabetes ist eine frühe ärztliche Einschätzung besonders wichtig.